Neue Broschüre + Website über den CRIC erschienen

11.12.2025
 

Wir freuen uns sehr, dass der Verein Transgalaxia und die Zeitschrift ila zusammen einen 2. Band der Broschüre „Land, Kultur und Autonomie“ über die indigene Bewegung des Cauca (Kolumbien) herausgegeben haben und gleichzeitig mit der Veröffentlichung auch die neue Website www.cauca-indígena.de online gegangen ist, die zu einem Ort werden soll, an dem deutschsprachige Informationen zum Indigenen Regionalrat des Cauca (CRIC) leicht auffindbar und zugänglich vereint sind.

Hierdurch wird diese beeindruckende und prägende Bewegung, von der wir den Kaffee beziehen, hierzulande stärker und besser sichtbar.

Die neue Broschüre ist die Fortsetzung der gleichnamigen 2019 veröffentlichten und sehr gefragten Broschüre von Zwischenzeit e.V. und erst die zweite deutschsprachige Publikation zur Bewegung überhaupt. Neben vielen Interviewpartner*innen aus der Bewegung haben auch mehrere Autor*innen aus der Bewegung Texte beigesteuert, die vom Reaktionsteam ins Deutsche übersetzt wurden.

Thematischer Fokus sind einerseits die schwierige Lage der indigenen Gemeinden angesichts bewaffneter Gruppen und Drogenwirtschaft und andererseits die selbstbestimmte Wirtschaft als eine der Antworten der Gemeinden auf diese Bedrohung. Weitere Themen sind u.a.: indigene Kosmovisionen, die Geschichte des Kampfes der Bewegung, die Strukturen der Bewegung und der Stand bei den eigenen Bildungs-, Gesundheits- und Justizsystemen, die Teilhabe der indigenen Frauen, der gemeindebasierte Selbstverteidigungsprozess Guardia Indígena, die Situation der Jugendlichen und indigene Kunst.

https://www.cauca-indigena.de/

https://www.ila-web.de/de/editions/361

https://aroma-zapatista.de/blog/neue-broschure-website-uber-den-cric-erschienen

 

 

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Von Honduras nach Deutschland

Aktuell bereiten wir gemeinsam mit einer Gruppe von Honduraner*innen, die in Deutschland leben, eine Wanderfotoausstellung vor. Hier schon mal ein kleiner Einblick:  

Von Honduras nach Deutschland

Einblicke in ein Land, das tausende Honduraner*innen

zur Abwanderung treibt

Honduras ist Teil der mittelamerikanischen Landbrücke, die Nord- und Südamerika miteinander verbindet. Das Land ist reich an natürlichen Gemeingütern wie die einzigartigen Regenwälder mit ihrer vielfältigen Flora und Fauna, die weite Teile des Landes bedecken, die Berge, Flüsse, Mangroven und Meere. Reich an kultureller Vielfalt, uralten überlieferten Traditionen, an Musik, leckerem Essen und vielem mehr.

Doch zugleich ist Honduras nach Haiti auch das ärmste Land Lateinamerikas und eines der gefährlichsten Länder der Welt. Zwei Drittel der honduranischen Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, ein Drittel sogar in extremer Armut. Politische Krisen, Instabilität, Korruption, Menschenrechtsverletzungen, Drogenschmuggel für den Konsum in den USA und Gewalt prägen den Alltag. Es mangelt in der Bildung und in der Gesundheitsversorgung. Kritische Stimmen, Umweltaktivist*innen und soziale Proteste werden kriminalisiert, bedroht und verfolgt, bis hin zu Morden.

Viele Honduraner*innen sehen nur eine Alternative: ihre Heimat zu verlassen. Seit Jahren nimmt die Auswanderung zu. International bekannt wurde sie im Oktober 2018, als die ganze Welt auf tausende Migrant*innen aus Mittelamerika blickt, die gemeinsam und organisiert durch Mexiko ziehen und ihr Recht auf ein würdiges Leben fordern. Damals erlebten die Migrant*innen viel Offenheit, Unterstützung und Solidarität von Menschen, die oft selbst kaum etwas haben.

Mehr als ein Jahr später ist die Hoffnung in Verzweiflung umgeschlagen. Laut einem Bericht der Tagesschau Ende Januar 2020 warten Schätzungen zufolge derzeit etwa 30 000 Honduraner*innen auf eine Antwort der US-Behörden hinsichtlich ihres Asylantrages. Da die Herbergen für Geflüchtete überfüllt sind, müssen viele von ihnen auf der Straße leben und betteln, um zu überleben. Die wenigsten haben Arbeit gefunden.

Im Januar 2020 startete eine weitere Karawane mit mehr als tausend Geflüchteten aus Honduras in Richtung Nordamerika. Doch der Weg dahin wird immer schwieriger und gefährlicher. Auf Druck der USA hat die mexikanische Regierung die Grenzkontrollen zu Guatemala verstärkt und auch die US-Regierung selbst verschärft die Asylregelungen ständig weiter. Laut dem Nationalen Institut für Migration Mexiko (INM), hat Mexiko seit Jahresbeginn offenbar mehr als 5.000 Migranten aus Honduras in ihre Heimat abgeschoben oder bei ihrer Rückkehr unterstützt.

Auf der Suche nach Schutz zieht es daher auch immer mehr Menschen aus Mittelamerika nach Europa, die meisten nach Spanien und Italien, aber auch nach Deutschland.

Wir sind eine Gruppe von Honduraner*innen, die heute in Deutschland leben, und deutschen Aktivist*innen, die in Solidarität mit Honduras arbeiten. Mit dieser Ausstellung möchten wir einen Einblick geben in das Leben in Honduras - sowohl in die schönen, hoffnungsvollen Seiten als auch in die schwierigen Seiten und die Beweggründe, unser Land und unsere Familien zu verlassen. Dabei ist es uns wichtig, auch einen Blick auf die politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Beziehungen und Interessen von Seiten der USA und Europa zu werfen, die Auswirkungen auf die honduranische Gesellschaft haben. Es ist eine Einladung, sich kennenzulernen und besser zu verstehen. Die Zitate und Informationen basieren hauptsächlich auf verschiedenen Quellen von Zeitschriften und Artikeln befreundeter Kollektive wie der Hondurasdelagation (Kollektiv von Menschenrechtsaktivist_innen und Journalist_innen)und dem Ökumenischen Büro für Frieden und Gerechtigkeit München.